Offene Bibliothek am Feldbergplatz: ¡Muchísimas gracias!

Konsalik und Hera Lind, das war gestern: In den letzten Wochen erlebt die Offene Bibliothek am Mainzer Feldbergplatz einen hübschen Bestandszuwachs an Lateinamerika-Literatur. Wer auch immer für diese schönen Lieferungen verantwortlich ist, der Person sei herzlich gedankt: ¡Muchísimas gracias!

(Wilkie Collins wird natürlich auch immer gerne gesehen.)

Advertisements

Mainz: Gutenberg-Denkmal

Gutenberg-Denkmal Mainz

Gedenktafel: Bücherverbrennung Mainz

Bücherverbrennung Mainz

 

Bukafski Buchhandlung & Café, Mainz

Buchhandlung Bukafski Mainz

„Krieg der Bastarde“ in Mainz: Lesung mit Ana Paula Maia

Erstveröffentlichung am 12. September 2013 auf dem Kulturblog danares.mag.

Mit Krieg der Bastarde habe sie ihre literarische Stimme gefunden, sagt Ana Paula Maia. Und was für eine Stimme das ist!

Im Mainzer Lomo stellte Ana Paula Maia gestern Abend gemeinsam mit ihrer deutschen Übersetzerin Wanda Jakob einen Roman vor, der in Brasilien bereits 2007 auf den Markt kam und erst vor wenigen Wochen auf Deutsch beim A1 Verlag erschienen ist.

Krieg der Bastarde Mainz 2

Krieg der Bastarde ist bevölkert mit liebenswerten Kriminellen, die sich in einer brasilianischen Großstadt mit kleineren oder größeren Verbrechen über Wasser halten. Außergewöhnliche Charaktere, amüsante Dialoge und groteske Gewaltszenen an spektakulären Schauplätzen prägen diesen rasant erzählten Roman, der definitiv ein Highlight dieses Bücher-Herbstes ist (siehe Rezension auf danares.mag).

In Krieg der Bastarde überschlagen sich die Ereignisse. Das ist kein Zufall, erklärt Ana Paula Maia, denn ihre Kindheit war durch Comics, Telenovelas sowie Charles Bronson- und Bruce Lee-Filme geprägt. Überhaupt konnte die junge Ana Paula in ihren frühen Jahren wenig mit Literatur anfangen. Sie brauchte Action und war unter anderem Schlagzeugerin in einer Punk-Band.

Erst mit 18 Jahren begann sie Literatur zu lesen: Jules Verne, Dostojewskij und später im Studium auch Platons Dialoge.

Platons Einfluss spiegelt sich in den vielen Gesprächen der Hauptfiguren wider. In Krieg der Bastarde  gibt es kaum reflektierende Momente des Erzählers. Die Figuren tauschen sich im Dialog über die Welt aus. „Im Dialog lernt man die Menschen kennen“, sagt Ana Paula Maia, „sowohl in der Fiktion als auch in der Realität“.

Krieg der Bastarde Mainz

Ana Paula Maia schreibt über Menschen, die noch keinen Platz in der großen brasilianischen Literatur gefunden haben. Bisher habe sich die Literatur ihres Landes entweder mit der Mittelklasse oder mit der Gewalt in den Favelas beschäftigt. Der Müllmann oder der Straßenarbeiter sei in der brasilianischen Literatur nicht präsent gewesen, so Ana Paula Maia.

Sie schreibt über diese normalen Menschen, „und ich mache das mit großer Freude”. Die Handlung ihres Romans sei universell und stehe nicht repräsentativ für Brasilien: „Meine Geschichten könnten auch in Berlin spielen.”

Ana Paula Maia ist ohne Frage eine Bereicherung für die internationale Literaturszene. Ihr Roman Krieg der Bastarde macht süchtig und hat es verdient, auch in Deutschland viele Leser zu finden.

Ana Paula Maia: Krieg der Bastarde (2013), A1 Verlag, 208 Seiten, ISBN 978-3-940666-42-0.

Die brasilianische Originalausgabe A Guerra dos Bastardos ist 2007 bei Língua Geral erschienen.

Bücher-Juni in Mainz: Die üblichen Verdächtigen in Taschenbuch-Ausgaben