Stolpersteine Mainz: Carl Theodor Frank

Stolperstein für Carl Theodor Frank, Vater des Schriftstellers und Regisseurs Rudolf Frank.

Stolpersteine_C.T. Frank

Verlegeort: Kaiserstraße 94, nahe Rheinallee.

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Mainz: Stolpersteine für Familie Löwensberg

Stolpersteine Fam. Löwensberg 1_


Stolpersteine Fam. Löwensberg 2_


Stolpersteine für Adolf Ernst, Hugo und Hannelore Löwensberg.  Taunusstraße 51, am Rhein auf Neustadt-Höhe, nahe Kaponniere/Feldbergplatz.

Zur Pogromnacht: Denk ich an Mainz in der Nacht…

Erstveröffentlichung am 10. November 2013 auf dem Kulturblog danares.mag.

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© Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V.

Kaiserstraße Mainz, 10. November 1938: „Dann gab es ein fürchterliches Krachen an unserer Wohnungstür, und bevor wir wussten, wie uns geschah, standen wir plötzlich einer großen Horde von Männern gegenüber […] Alles splitterte und brach in Stücke.“

Nachbarn sammeln die im Hof verstreute Kleidung auf. Am folgenden Tag schaut ein Polizist vorbei. Er verspricht der Familie, dass dem Vater, der sich auf dem Speicher versteckt, nichts geschehen werde.

Aber danach, so Renata Schwarz in ihren Erinnerungen Von Mainz nach La Paz, war nichts mehr wie zuvor. Der Vater kann nach den Ereignissen vom 10. November acht Tage lang nicht sprechen: „Bei ihm war innerlich etwas zerbrochen.“ Renatas Familie flieht nach Lateinamerika.

Auch Fritz Siegfried Salomon und Anny Salomon wohnten in der Mainzer Kaiserstraße. Anny wurde 1942 nach Polen deportiert und ermordet. Ihr Ehemann Fritz Siegfried nahm sich nach einem Verhör durch die Gestapo das Leben.stolpersteine-mainz-kaiserstraße

Ein weiterer Mainzer Bürger aus der Kaiserstraße: Carl Theodor Frank. Er wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er verhungerte. In Mainz war Carl Theodor Frank nicht nur als Holzhändler bekannt, sondern auch als Vater des Schriftstellers und Regisseurs Rudolf Frank.

Wir sind immer noch in der Kaiserstraße, jetzt an der Ecke zur Leibnizstraße: Eine Gedenktafel am Gebäude der ehemaligen Gestapo-Außenstelle Mainz erinnert an die Opfer des Nazi-Regimes. „Funktion“der Außenstelle: Überwachung, Verfolgung, Folterung und Deportation.

Ehemalige Gestapo-Zentrale Mainz 2

Folgt man der Kaiserstraße in Richtung Universität, gelangt man zur Parcusstraße, wo sich das Geburtshaus von Anna Seghers befindet. Anna Seghers (Geburtsname: Netty Reiling) gelang die Flucht ins Exil. Ihre Mutter Hedwig Reiling wurde 1942 nach Polen deportiert und ermordet.

Mit Hedwig Reiling deportiert wurde auch Anna Seghers’ ehemalige Lehrerin Johanna Sichel. Beiden Frauen verlieh Anna Seghers in ihrer Erzählung Der Ausflug der toten Mädchen literarische Unsterblichkeit.

Von der Kaiserstraße sind es nur wenige Schritte bis zur ehemaligen Hauptsynagoge Mainz in der Hindenburgstraße.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geht die Synagoge in Flammen auf. Wohnungen und Geschäfte jüdischer Bürger werden verwüstet und geplündert. Wenige Tage später ordnet das Mainzer Bauamt die Sprengung der ausgebrannten Synagoge an. Für die Kosten der Sprengung muss die Jüdische Gemeinde aufkommen.

Neue Synagoge Mainz, 9. November 2013:

Während der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Pogromnacht zeigt die Polizei Präsenz. Drei Polizisten auf dem Synagogenplatz, sie sind relaxt. Man redet über Privates. Keine „Zwischenfälle“.

Synagoge Mainz 2013_2

 

Quellen & weiterführende Lektüre:

Renata Schwarz: Von Mainz nach La Paz. Kindheit eines jüdischen Mädchens in Deutschland und Flucht nach Bolivien (2007). Herausgegeben vom Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V., ISSN 1435-8026, 165 Seiten, 10 Euro. – Bestellung & weitere Informationen auf der Website des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V.

Mainz im Nationalsozialismus 1933-1945 des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V.

Stolperstein-AG des Frauenlob-Gymnasiums Mainz

Broschüre Frauenleben in Magenza (2010). Herausgegeben vom Frauenbüro Mainz (pdf-Download)

Mainz: „Stolpersteine“ für Familie Salomon

Erstveröffentlichung am 18. März 2013 auf dem Kulturblog danares.mag.

Ein paar Schritte die Straße hinunter, dann rechts abbiegen und ich stehe vor dem ehemaligen Wohnhaus von Eugen Salomon – berühmte Nachbarschaft, denn Salomon war einer der Gründer und erster Präsident des Fußballvereins 1. FSV Mainz 05.

Eugen Salomon wurde 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Seine Frau Alice und seine beiden Söhne Alfred und Erwin überlebten die Nazi-Zeit in Frankreich.

Seit diesem Monat erinnern vier „Stolpersteine“ in der Mainzer Boppstraße an das Schicksal der Familie Salomon.

Stolpersteine Mainz Eugen Salomon und Familie

Der Künstler Gunter Demnig möchte mit seinen Stolpersteinen die Erinnerung an die von den Nationalsozialisten Ermordeten, Deportierten, Vertriebenen und in den Selbstmord Getriebenen wachhalten, denn ein „Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist”.

Die Stolpersteine werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der NS-Opfer im Straßenpflaster verlegt.

Nach Angaben der offiziellen Stolpersteine-Website gibt es inzwischen in Deutschland an über 500 Orten Stolpersteine.

Eine Liste weiterer Stolpersteine in Mainz ist auf der Website www.mainz1933-1945.de des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V. zu finden.

Synagoge Mainz, 9. November 2013

 

Synagoge Mainz 2013_2

 

 

Gedenktafel: Ehemalige Gestapo-Zentrale, Mainz

Ehemalige Gestapo-Zentrale Mainz 2

Gedenktafel: Geburtshaus Anna Seghers, Mainz

Geburtshaus Anna Seghers Mainz